Fotografie Grundlagen (Teil 2)

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Fotografie Grundlagen Teil 2

Nachdem wir beim letzten mal auf die wichtigsten Grundlagen der Fotografie eingegangen sind gehen wir heute in weitere Details:

Brennweite

Basiswissen

Die Brennweite bestimmt deinen Bildwinkel, also den Sichtbereich, den dein Objektiv auf dem Sensor abbildet. Oder leichter ausgedrückt bestimmt die Brennweite, wie groß dein Motiv auf dem Bild dargestellt wird. Sie wird in Millimetern angegeben und je größer die Brennweite ist, desto größer wird dein Motiv im Bild dargestellt (bei gleichem Abstand zum Motiv). Leichter zu verstehen ist das anhand folgender Skizze.

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Die kleinere Brennweite hat den größeren Bildwinkel.

Fortgeschrittenen Wissen:

Neben dem Bildwinkel beeinflusst die Brennweite auch die Freistellung deines Motives. Ist ein Motiv gut freigestellt, heißt das, dass dein Motiv sich sehr gut vom Hintergrund abhebt und der Hintergrund meist sehr gleichmäßig und ohne viele Details ist. Eine höhere Brennweite sorgt für eine bessere Freistellung, da durch sie der Hintergrund unschärfer wird und du einen kleineren Ausschnitt des Hintergrundes hast und du meist dadurch bereits die Details reduzierst. Möchtest du eine besonders gute Freistellung erreichen, musst du darauf achten, dass der Abstand zwischen dir und deinem Objekt, das du fotografieren möchtest, kleiner ist als der zwischen dem Objekt und dem Hintergrund. Das lässt sich besonders schön mit dem Simulator nachvollziehen (Link siehe am Ende).

Der Crop-Faktor

Brennweite ist allerdings nicht gleich Brennweite, zumindest was den Bildwinkel angeht, denn er wird durch die Brennweite und die Sensorgröße beeinflusst. Der Sensor ist fester Bestandteil der Kamera, dessen Größe in einem spezifischen Kameramodell fest ist. Für den Bildwinkel gilt (bei gleicher Brennweite): Je kleiner der Sensor ist, desto kleiner ist der Bildwinkel (sprich: desto größer wird dein Motiv dargestellt). Um den Bildwinkel von Kamera-und-Brennweiten-Kombinationen mit einander vergleichen zu können hat man sich den Crop-Faktor einfallen lassen. Dieser wird dann eingesetzt, wenn du den gleichen Bildwinkel mit zwei unterschiedlich großen Sensoren aufnehmen willst. Du multiplizierst den Crop-Faktor mit der Brennweite und errechnest damit die Vergleichsbrennweite, die den selben Bildwinkel an einer Vollformat-Kamera hätte.

Für die praktische Anwendung solltest du dir folgendes merken: Willst du z.B. wilde Tiere fotografieren, an die du nicht dicht heran kommst, bietet es sich an eine hohe Brennweite und eine Kamera mit einem kleinen Sensor zu nutzen. Das Gegenteil gilt, wenn du z.B. Landschaften oder Architektur mit einem großen Bildwinkel fotografieren möchtest. Hier nimmst du eine Kamera mit einem großen Sensor und ein Objektiv mit kleiner Brennweite.

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Die dargestellten Millimeter beschrieben die Vergleichsbrennweite auf Vollformat und der Rahmen stellte den Bildausschnitt dar, der bei dieser Brennweite auf Vollformat sichtbar wäre. MFT, APSC und Vollformat beschreiben unterschiedliche Sensorgrößen.

Sensoren

Basiswissen

Es gibt unterschiedliche Sensoren. Um Details in diesem Thema musst du dir am Anfang noch keine Gedanken machen.

Fortgeschrittenen Wissen:

Bei den Brennweiten bin ich bereits kurz auf Sensoren eingegangen. Aber warum werden Sensoren bei Fotografen viel diskutiert? Den meisten Streit wirst du darüber hören, ob MFT, APSC oder Vollformat-Sensoren besser sind (von links nach rechts werden die Sensoren größter). Die Aussage, die hier oft fällt ist, dass je größer der Sensor, desto besser ist auch die Bildqualität, da sie bei schlechtem Licht weniger Rauschen zeigen. Das stimmt allerdings nur bedingt, denn wichtiger als die Sensorgröße ist die Pixelgröße auf dem Sensor. Je größer die Pixel sind, desto mehr Licht fällt auf sie während der Belichtung. Das wiederrum wirkt sich positiv auf das Rauschverhalten aus. Aber auch hier kann man nicht pauschal sagen, je größer die Pixel desto besser das Rauschverhalten, da die Bauart und Software der Kamera eine Rolle für die Bildqualität spielen. Genug Nerd-Talk. Wenn du dich für das Thema interessierst, siehe dir die Tests von Dxomark an. Hier kannst du die unterschiedlichen Kameras in Bezug auf Rauschverhalten und vielem mehr miteinander vergleichen. Solltest du Details darüber wissen wollen, was diese Test zeigen, schreibe es gerne in die Kommentare, dann mache ich dazu gerne mal einen Beitrag.

Licht

Basiswissen

Kommen wir zu den spannenden Themen, also zu allem was mit dem Licht zu tun hat, denn "ohne Licht kein Foto".  Im Wesentlichen gibt es zwei "Arten" von Licht: Hartes und weiches Licht. Hartes Licht verursacht harte Schatten mit klaren Kanten. Hartes Licht haben wir zum Beispiel an einem wolkenfreiem Tag mit strahlendem Sonnenschein. So eine Ausleuchtung eignet sich hervorragend, um Strukturen zu betonen und zum Beispiel Muskeln klar zu definieren. Weiches Licht verursacht diffuse Schatten, und sorgt damit für eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung. Es eignet sich hervorragend für Porträts, da die Schatten, welche Fältchen erst sichtbar machen, aufgehellt werden. Dadurch wirkst du frischer und jünger. Merke dir zu diesem Thema: Je kleiner die Lichtquelle, desto härter ist das Licht (die Sonne zählt hier auf Grund ihrer großen Entfernung als kleine Lichtquelle).

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Hier haben wir weiches Licht, was man an den sanft verlaufenden Schatten sehen kann. 

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Hier haben wir hartes Licht, was man an den klar definierten Schatten im Gesicht und an der Wand erkennen kann. 

Fortgeschrittenen Wissen:

Als zweite Regel, die man sich merken sollte gilt: Je weiter die Lichtquelle entfernt ist, desto härter ist sie. Nehmen wir zum Beispiel eine Lampe mit einer Softbox (diese dient dazu die Lichtquelle zu vergrößern) steht sehr dicht an unserem Model. Dann kommt das Licht von vielen Seiten und kann die Schatten gut aufhellen. Je weiter die selbe Lampe weg ist, desto gerichteter ist das Licht, das direkt auf das Model trifft und desto härter sind auch die Schatten.

Das Abstandsgesetzt (oder auch inverse-square law)

Basiswissen

Merke dir, je weiter eine Lichtquelle entfernt ist, desto schwächer ist ihr Licht. Willst du also schöne Porträts machen, stelle dein Model z.B. dicht an ein Fenster (das hier als Lichtquelle dient). Stellst du dein Model einen halben Meter weiter in den Raum, wirkt sich das Licht schon viel schwächer aus und du musst ggf. deinen ISO-Wert hochstellen, was die Bildqualität verschlechtern kann.

Fortgeschrittenen Wissen:

Das Abstandsgesetzt (oder auch inverse-square law) besagt, dass das Licht mit zunehmender Entfernung zur Lichtquelle im Kehrwert zum Quadrat an Intensität abnimmt. Vereinfach ausgedrückt heißt das: Wenn du die Entfernung von deinem Modell zur Lichtquelle verdoppelst, ist das Licht nur noch ein Viertel so stark. Das lässt sich am leichtesten verstehen, wenn die die Ausbreitung des Lichts anhand folgender Skizze vorstellst:

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In der Praxis heißt das für dich, dass je dichter deine Lichtquellen deinem Motiv ist, desto stärkere Helligkeitsverläufe hast du. Schau dir dazu folgende Skizze an:

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Mit diesem Wissen kannst du deine Fotos noch gezielter planen und verstehen warum bestimmte Ding manchmal vielleicht auch nicht so funktionieren, wie du es dir vorstellst

Solltest du noch Fragen haben, schreibe sie gerne in die Kommentare.

Habe einen schönen Tag,

dein Mathias

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